Petit Flic-Flac
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Transmission-Line-Standbox
in 2-Wege D'Appolito-Anordnung
(aktualisiert 2014)
Die bezahlbare Alternative für Menschen mit hohen musikalischen Ansprüchen

Flic-Flac TML Die Petit Flic-Flac ist die kleine Schwester der Flic-Flac Transmission-Line-Box und nach den gleichen Konstruktionsprinzien entwickelt worden. Auch sie zeichnen sich durch ein neutrales, natürliches und sehr dynamisches Klangbild aus. Die schlanke Bauform verhilft der Box zudem zu einer ungeahnten Räumlichkeit. Auch diese Version weißt eine recht neutrale Abstimmung auf, die tonale Ausgewogenheit ist für diese Preisklasse außergewöhnlich und die Basswiedergabe TML-typisch sehr dynamisch und für die Größe der Box sehr tiefreichend. Die reale untere Grenzfrequenz liegt bei ca. 45 Hz und mit ca. 89dB/w/m sind diese Boxen auch an weniger kräftigen Verstärkern gut zu betreiben. Mit einer Breite von nur knapp 19 cm und der geringen Tiefe von 28 cm wirkt diese Transmission-Line-Standbox trotz ihrer Höhe von knapp einem Meter sehr zierlich und läßt sich wohnraumfreundlich in fast jeden Raum integrieren.
Als Tiefmitteltöner kommen in der kleinen Flic-Flac zwei 130 mm Chassis zum Einsatz. Die Auswahl fiel hier auf die sehr preiswerten aber dennoch qualitativ recht hochwertigen LPT Lautsprecher vom Typ LPT 130/19/130-16 SG. Die Besonderheit von 16 Ohm Nennimpedanz des LPT Tiefmitteltöners führt trotz Parallelschaltung der Chassis zu einer sehr versträkerfreundlichen Nennimpedanz der Box von 8 Ohm. Aufgrund des bis über 8kHz recht linear verlaufenden Frequenzganges der LPT Tiefmitteltöners ist eine Trennfrequenz von 2000-5000 Hz grundsätzlich möglich. Eine höhere Übernahmefrequenz erhöht nicht nur die Belastbarkeit des Hochtöners, sondern es können auch Hochtöner mit höherer Einsatzfrequenz kombiniert werden. Als Hochtöner für die Petit-Flic-Flac habe ich die 25 mm Kalotte von Isophon KK10CA-4 ausgewählt. Sie wartet bei einer Übernahmefrequenz von über 2500 kHz auch mit einer für diese Preisklasse nicht zu erwartenden hohen Klangqualität auf.

Download der WBS-Chassisdatendateien für die Isophon KK-10-4 CA Kalotte und den LPT 13019130-16 SG Tieftmitteltöner (2 parallel im Petit Flic-Flac-Gehäuse).



Bestückung mit Mivoc Chassis
Da die originalen Chassis nur noch sehr schwierig zu beschaffen sind, können alternativ für den Tiefmitteltonbereich zwei Mivoc WPT-138 und für den Hochtonbereich der Mivoc HGH 258 FN-II verwendet werden. Damit kann die Box bei nahezu gleicher Qualtität der Basswiedergabe und sehr ordentlicher Mittelhochtonwiedergabe sehr preiswert auch weiterhin erstellt werden.



Der TML-Gehäuseaufbau ist sehr einfach; eigentlich eine einfache Kiste, siehe Plan. Der Aufbau folgt den gleichen Prinzipien wie die der Flic-Flac, lediglich die Maße wurden an die TSP und Maße der LPT Chassis angepasst.

Das TML-Gehäuse ist über die gesamte Länge mit ca. 25-30 Liter Polyester Volumenvlies (30mm stark 300g/m²) zu dämpfen. Im oberen Umlenkbereich ist die Watte etwas fester zu stopfen. Die erforderliche Dämpfung hängt auch recht stark vom Wiedergaberaum und Aufstellungsort ab. Hier sollte jeder hinsichtlich der eigenen räumlichen Verhältnisse und seines Geschmacks etwa experimentieren.

Die Weichenschaltung der Petit-Flic-Flac ist entgegen der beiden größeren Schwestermodelle ausschließlich in 2-Wege D'Appolito Schaltung realisiert. Aber auch hier bieten sich zwei Varianten der Weiche an. Beide Versionen trennen bei ca. 2500 Hz zwischen Tiefmittel- und Hochtöner.

Die Standardversion konnte äußert preiswert gestaltet werden. Aufgrund des recht stark ausgeprägten schmalen resonanzbedingten Impedanzpaek des Hochtöners ergibt sich jedoch eine ungewöhnliche Bauteildimensionierung des Hochpasses. Es ist also kein Fehler, wenn der Hochpass 3.Ordnung erst einen größeren Kondensator (8,2 µF) aufweist und nach der Induktion (0,27mH) ungewöhnlicher Weise ein kleinerer Kondensator (5,6 µF) folgt. Diese Schaltungsvariante zeigt einen gut angepassten Pegel- und Phasengang der Filter- Hochtönerkombination führt jedoch im Übernahmebereich zu einem zwar sehr schmalbandigen aber dennoch recht niedrigen Impedanzminimum mit knapp 3 Ohm. Die meisten Verstärker dürften hiermit aber keine Probleme haben.

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Messfrequenzgang (1/3-oktavgeglättet) und Impedanz mit Standardweiche

Zur Vermeidung der Impedanzdelle bei ca. 2.8 kHz bietet sich die Weichenvariante Standardversion MKII an. Diese klingt ebenso luftig, frei und spritzig wie Standardversion und ist daher auch unter Berücksichtigung preislicher Gesichtspunkte mein empfohlender Favorit.

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Messfrequenzgang (1/3-oktavgeglättet) und Impedanz mit Standardweiche MK II

Die Premiumversion der Weiche ist durch die größere Anzahl der Bauteile zwar etwas teurer, zeichnet sich aber durch eine nochmals verbesserte räumliche Darstellung und detailiertere Tiefenstaffung aus. Ferner vermeidet diese Weichenvariante die kleine niederohmige Impedanzdelle und ist somit auch verstärkerfreundlicher.

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Messfrequenzgang (1/3-oktavgeglättet) und Impedanz mit Premiumweiche

Insgesamt sind die klanglichen Differenzen der Weichenversionen aber recht dezent und in weiten Zügen wohl auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Weiche für Mivoc Chassis
Bei Verwendung der o.g. Mivoc Chassis muss die Weiche entsprechend nebenstehenden Plan geschaltet sein.

Die Qualität der Weichenbauteile sollte immer in einem vernünftigen Verhältnis zur Qualität und zum Preis der verwendeten Chassis liegen. Die klanglichen Auswirkungen von Kondensatoren unterschiedlicher Bauarten in Frequenzweichen werden oft erheblich überschätzt. Die klanglichen Vorzüge sehr teurer Bauteile liegen meist im Voodoo und die zum Teil extremen Mehrkosten lassen sich oft nur aus Sicht der Bauteilverkäufer rechtfertigen. Für die Petit FlicFlac können bei nur minimalsten klanglichen Einbußen durchaus preiswerte bipolare Elkos für alle Kondensatoren verwendet werden. Lediglich im Hochtonzweig ist es sowohl klanglich gerechtfertig als auch preislich vernünftig MKT Kondensatoren einzusetzen. MKP Kondensatoren bringen nach meiner Meinung hier zwar keine weiteren wirklich hörbaren klanglichen Vorteile, da aber die Mehrkosten für MKP anstatt MKT Kondensatoren im Hochtonzweig aufgrund der recht kleinen Kapazitätswerte recht gering sind, kann man um auch das hifidele Gewissen zu beruhigen durchaus MKPs verwenden. Im Bassmitteltonzweig reichen bipolare glatte Elkos völlig aus, wobei auch raue bipolare Elkos ohne klangliche Einbußen verbaut werden können. Aus Gründen der Betriebssicherheit sollten alle Kondensatoren eine Spannungsfestigkeit von ca. 35 VAC oder höher aufweisen. Die Spulen der Frequenzweichen sollten keinen wesentlich höheren Verlustwiderstand als im Schaltbild angegeben aufweisen. Spulen mit geringeren Verlustwiderstand bringen jedoch auch keine klanglichen Vorteil, im Gegenteil wird bei erheblicher Unterschreitung der angegebenen Verlustwiderstände der Spulen im Bassmitteltonzweig ein leichter Verlust der Tiefbasswiedergabe und eine leichte Anhebung des Mitteltonpegels und damit eine Änderung der tonalen Balance eintreten. Abweichungen von ca. +/- 25% vom angegebenen Verlustwiderstandswert sind jedoch in der Regel völlig vernachlässigbar, da kaum oder gar nicht hörbar. Bezüglich der Belastbarkeit reichen im Hochtonzweig Luftspulen mit ca. 0,7 mm Drahtdurchmesser und im Bassmitteltonzweig mit 1-1,4 mm Drahtdurchmesser völlig. aus. Als Drossel im Bassmitteltonzweig eignet sich auch eine Ferritrollkernspule mit ca. 1 mm Drahtdurchmesser (z.B. IT HQ40/1.5/095).

Kosten pro Box:
  • Chassis (2x TMT, 1x HT) ab ca. 70,-EUR
  • Weiche ab ca. 18,- EUR
  • Dämpfungsmaterial und Zubehör ab ca. 7,- EUR
  • Gehäuse Spannplatte / MDF roh 19mm ab ca. 8,- EUR




  • Stand:06.11.2009

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    - Siehe auch die weitere TML aus der Flic-Flac-Familie: Flic-Flac

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